Detox für den Mac

Mac-Detox: Ballast entfernen

Downloads, alte Anhänge und vergessene Dateien belegen oft heimlich Speicherplatz. So findest du versteckte Speicherfresser auf deinem Mac und räumst gründlich auf.

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„Ballast“ beschreibt ziemlich treffend, was sich mit der Zeit in Ordnern und Mediatheken ansammelt. Wenn du nicht extrem organisiert bist, finden sich dort schnell alte Installations-Dateien, längst aufgegebene Projekte, vor Jahren ausgefüllte PDF-Formulare und anderer digitaler Kram, der wertvollen Speicherplatz belegt.

Was ist wo?

(Bild: Screenshot)

1. Speicher

Unter „Allgemein > Speicher“ siehst du, was auf deinem Mac wie viel Platz belegt.

2. iCloud

Wenn du iCloud-Speicher nutzt, kannst du Platz sparen, indem du Dokumente dort ablegst und nur bei Bedarf auf deinen Mac lädst.

3. Speicher optimieren

Diese Einstellung entfernt Filme und Serien aus der Mediathek automatisch, sobald du sie angesehen hast.

4. Papierkorb

Wähle „Papierkorb automatisch leeren“, um Dateien nach 30 Tagen automatisch aus dem Papierkorb zu löschen.

5. Weitere Infos

Klicke auf das (i), um Dateien anzuzeigen und zu entfernen, die in der jeweiligen Kategorie besonders viel Speicherplatz belegen.

Es ist verlockend, alles „für alle Fälle“ aufzubewahren. Doch brauchst du wirklich noch E-Mails aus 2022, ein GIF von vor sechs Monaten oder das PDF einer längst abgeschlossenen Tierkrankenversicherung? Meist lautet die Antwort: Nein. Apple stellt praktische Werkzeuge bereit, mit denen du Überflüssiges entfernen kannst – nicht nur Dokumente, sondern auch Fotos, Musik, Downloads und sogar Apps. Mehr freier Speicher macht deinen Mac zwar nicht automatisch schneller, verkürzt aber die Zeit, die du oder dein Mac zum Finden von Inhalten benötigst.

Wenn dir der Speicherplatz ausgeht, nutze „Speicher optimieren“ in iCloud Drive, um Dateien bei Bedarf zu laden.
Wenn dir der Speicherplatz ausgeht, nutze „Speicher optimieren“ in iCloud Drive, um Dateien bei Bedarf zu laden. (Bild: Screenshot)

Schwer zugängliche Bereiche aufräumen

Mancher Ballast ist leicht aufzuspüren, etwa alte Dateien in deinem „Dokumente“-Ordner. Andere Speicherfresser verstecken sich tiefer im System: etwa Mail-Anhänge, heruntergeladene Fotos, Videos und GIFs in der Nachrichten-App oder ungenutzte Aufnahmen in Musik-Apps. Logic Pro speichert beispielsweise alle Takes einer Aufnahme, sodass sich schnell viele ungenutzte Audiodateien ansammeln. Diese lassen sich im Projektbrowser über „Bearbeiten > Unbenutzte auswählen“ löschen. Zusätzlich gewinnst du Speicherplatz, indem du die Loop-Bibliothek bereinigst oder die Sound Library über „Logic Pro > Sound Library > Sound Library verlagern“ auf ein externes Laufwerk verschiebst – das funktioniert in MainStage genauso.

Auch in der Mail-App kannst du gezielt unerwünschte Anhänge entfernen. Öffne die App, wechsle in den gewünschten Ordner und wähle „Darstellung > Sortieren nach > Anhänge“ oder „Darstellung > Filter > Nachrichtenfilter aktivieren“. Anschließend wählst du unter „Darstellung > Filter“ die Option „Nur E-Mails mit Anhängen“. So kannst du gezielt Nachrichten löschen, die du nicht mehr benötigst. Gerade bei beruflicher Nutzung lässt sich auf diese Weise viel Speicherplatz freimachen.

Du kannst deinen iCloud-Speicher mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen, wenn du iCloud+ oder Apple One abonniert hast.
Du kannst deinen iCloud-Speicher mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen, wenn du iCloud+ oder Apple One abonniert hast. (Bild: Screenshot)

In iCloud auslagern

Wenn du iCloud nutzt, kannst du deinen Schreibtisch- und Dokumente-Ordner sowie deine Fotos-Mediathek dorthin verschieben. Die Einstellungen findest du in den Systemeinstellungen unter „Allgemein > Speicher > In iCloud speichern“ für Dokumente sowie in der Fotos-App unter „Einstellungen > iCloud > Mac-Speicher optimieren“. Für Letzteres muss iCloud-Fotos unter „Systemeinstellungen > [Dein Name] > iCloud“ aktiviert sein. Diese Funktionen speichern deine Inhalte in iCloud und laden sie erst bei Bedarf herunter. In der Fotos-App werden dabei nur platzsparende Vorschaubilder gespeichert, sodass du weiterhin erkennst, um welches Bild es sich handelt.

Wir müssen jedoch auf einen Nachteil hinweisen: Wenn sich deine Dokumente, Schreibtisch-Dateien oder Fotos in voller Auflösung nicht mehr lokal auf deinem Mac befinden, kannst du sie auch nicht sichern. Nutzt du mehrere Macs, gibt es eine Lösung: Synchronisiere beide Geräte über iCloud, aktiviere „Speicher optimieren“ aber nur auf einem davon. So behältst du auf dem anderen Mac alle Originaldateien und kannst dort Backups erstellen. In unserem Fall nutzt das MacBook Pro die Speicheroptimierung, während der Mac mini die vollständigen Daten enthält und als Backup-Basis dient. Hast du nur einen Mac und zu wenig Speicherplatz, ist es sicherer, deine Dateien oder Fotos auf ein externes Laufwerk auszulagern und dieses regelmäßig zusätzlich über einen Online-Backup-Dienst zu sichern.

So geht’s: unnötige Daten entfernen

1. Apps prüfen

(Bild: Screenshot)

In den Systemeinstellungen unter „Speicher > Apps“ siehst du eine Liste aller installierten Apps sowie deren Speicherbedarf. Um eine nicht mehr benötigte App zu löschen, wähle sie aus und klicke auf „Löschen“.

2. Nachrichten aufräumen

(Bild: Screenshot)

Die Nachrichten-App kann überraschend viel Speicher belegen – vor allem, weil oft hochauflösende Fotos und Videos angehängt sind. Öffne „Speicher > Nachrichten“, um diese Anhänge zu prüfen und gezielt zu löschen.

3. Papierkorb leeren

(Bild: Screenshot)

Wie bei einem echten Papierkorb werden Dateien nicht sofort gelöscht, sondern zunächst dort abgelegt. Öffne „Speicher > Papierkorb“, um den Inhalt anzuzeigen und endgültig zu entfernen.

4. Downloads aufräumen

(Bild: Screenshot)

Auch der „Downloads“-Ordner ist oft ein versteckter Speicherfresser. Besonders Installationsdateien (.dmg oder .pkg) bleiben nach der Installation häufig zurück, obwohl sie nicht mehr benötigt werden. Diese kannst du bedenkenlos löschen.

Mach mehr in der Cloud

1. iCloud Drive

(Bild: Screenshot)

Apples Cloud-Speicher ist besonders komfortabel. Kostenlos stehen aber nur 5 GB zur Verfügung. Mit iCloud+ kannst du den Speicher erweitern – von 50 GB für 1 Euro bis hin zu 12 TB für 60 Euro im Monat.

2. Google Drive

(Bild: Screenshot)

Google Drive bietet großzügige 15 GB kostenlosen Speicher, und auch die kostenpflichtigen Optionen sind vergleichsweise günstig. Für 100 GB zahlst du 2 Euro pro Monat, für 2 TB 10 Euro monatlich. 

3. Microsoft OneDrive

(Bild: Screenshot)

Microsofts Cloud-Dienst bietet 5 GB kostenlosen Speicher. Für mehr Platz benötigst du ein Microsoft-365-Abo, das auch die Office-Apps umfasst. Die Preise belaufen sich auf 2 Euro für 100 GB oder 10 Euro für 1 TB im Monat.

Power für den Mac

Dieser Artikel ist Teil unserer Artikel-Serie „Mac-Detox“. Hier findest du alle Artikel unserer Reihe:

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